22 Aug.

Stellungnahme des Filmverbandes Südwest e.V. zum DWDL-Bericht über Produktionsverlagerungen beim SWR

Es geht um mehr als einzelne Sendungen – es geht um die Zukunft eines Medienstandortes

Der Filmverband Südwest e.V. möchte die aktuelle Diskussion über Produktionsentscheidungen des SWR einordnen. Die Debatte sollte aus unserer Sicht nicht auf einzelne Formate oder einzelne Vergaben verkürzt werden. Es geht um eine grundsätzliche Frage: Welche Verantwortung übernimmt eine öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalt für die Film- und Fernsehbranche in ihrem eigenen Sendegebiet?

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verfügen über eine leistungsfähige Film- und Medienwirtschaft mit international erfahrenen Produktionsunternehmen, kreativen Talenten, technischen Gewerken, Dienstleistungsunternehmen und hervorragend ausgebildeten Nachwuchskräften. Diese Strukturen entstehen jedoch nicht allein durch Ausbildung. Sie benötigen kontinuierliches Produktionsvolumen, reale Beschäftigungsmöglichkeiten und Auftraggeber, die ihre Verantwortung für den eigenen Medienstandort wahrnehmen.

Regionale Wertschöpfung des SWR bleibt deutlich hinter anderen Landesrundfunkanstalten zurück

Der SWR ist eine der größten ARD-Landesrundfunkanstalten und verantwortlich für zwei wirtschaftlich starke Bundesländer. Gerade deshalb ist entscheidend, wo die Wertschöpfung seiner Produktionsaufträge entsteht.

Nach unserer Wahrnehmung und Auswertung der verfügbaren Daten liegt der Anteil der vom SWR vergebenen externen Produktionsaufträge, die innerhalb des eigenen Sendegebietes Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz umgesetzt werden, seit Jahren deutlich unter dem Niveau anderer vergleichbarer Landesrundfunkanstalten.

Aktuell bewegt sich die regionale Beauftragung nach SWR-Angaben häufig im Bereich von etwa 25 Prozent mit einzelnen Abweichungen. Andere Landesrundfunkanstalten vergeben teilweise über 70 Prozent ihres externen Produktionsvolumens innerhalb ihres eigenen Sendegebietes.

Diese Unterschiede sind für einen Medienstandort nicht nebensächlich. Jeder Produktionsauftrag bedeutet Wertschöpfung, Beschäftigung und Zukunftsperspektiven – nicht nur für Produktionsunternehmen, sondern für die gesamte Branche.

Dabei muss differenziert werden: Ein Teil der regionalen Beauftragung des SWR entsteht über Landesstudios, aktuelle Berichterstattung und kleinere regionale Dienstleistungen. Diese Leistungen sind wichtig und wertvoll.

Die zentrale Herausforderung liegt jedoch bei den größeren und langfristig wirksamen Produktionsvolumina: bei fiktionalen Projekten, hochwertigen Dokumentationen, Shows und anderen größeren Auftragsproduktionen, die nachhaltige Beschäftigungseffekte für Produktionsunternehmen und freie Filmschaffende erzeugen.

Der Rundfunkstaatsvertrag wäre ein geeignetes Instrument für mehr regionale Verantwortung

Die Diskussion über eine stärkere regionale Verankerung öffentlich-rechtlicher Produktionsaufträge begleitet die Branche bereits seit vielen Jahren.

Deshalb wurde auch politisch intensiv darüber beraten, wie eine größere regionale Verantwortung abgesichert werden kann. Eine Ergänzung des Rundfunkstaatsvertrags wäre aus unserer Sicht hierfür ein geeignetes Instrument gewesen. Im Rahmen der letzten Novellierung gab es eine parteienübergreifende Unterstützung für die Idee, eine verbindliche regionale Beauftragungsquote von 50 Prozent für das jeweilige Sendegebiet festzuschreiben. Diese Forderung wurde von Vertreterinnen und Vertretern der Regionen, politischen Akteuren sowie Teilen der Medienwirtschaft als sinnvoll erachtet.

Nach unseren Gesprächen im politischen Raum rund um die vergangenen Landtagswahlen und den entsprechenden Beratungen entstand der Eindruck, dass der SWR, bzw. Vertreter:innen aktiv Einfluss genommen haben, dass die ursprünglich vorgesehene Regelung letztlich nicht Bestandteil der finalen Beschlussfassung wurde.

Wir bedauern, dass diese Chance für mehr Verbindlichkeit, Transparenz und regionale Verantwortung nicht genutzt wurde.

Eine solche Quote wäre aus unserer Sicht kein Eingriff in die Programmhoheit eines Senders. Sie würde lediglich sicherstellen, dass öffentlich finanzierte Produktionsmittel auch eine angemessene Wirkung in den Regionen entfalten, für die die Landesrundfunkanstalten Verantwortung tragen.

Dabei zeigt der Vergleich mit anderen Landesrundfunkanstalten, dass eine stärkere regionale Verankerung möglich ist. Eine regionale Quote bedeutet nicht, Qualität durch Herkunft zu ersetzen. Sie bedeutet, Verantwortung für den eigenen Medienstandort zu übernehmen. Dass es im laufenden Jahr bereits Verbesserungen bei einzelnen Auftragsproduktionen und eine stärkere Einbindung regionaler Produzentinnen und Produzenten gibt, begrüßen wir ausdrücklich. Diese Entwicklung zeigt, dass Veränderungen möglich sind.

Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Die regionale Beauftragung liegt weiterhin deutlich unter einer möglichen 50-Prozent-Quote und deutlich unter dem Niveau verschiedener anderer Landesrundfunkanstalten. Deshalb stellt sich aus unserer Sicht die Frage, warum eine solche Zielgröße nicht zumindest als verbindliche Selbstverpflichtung des SWR eingeführt wird – oder perspektivisch erneut im Rundfunkstaatsvertrag verankert werden sollte.

Externe Vergabe muss regionale Verantwortung bedeuten

Grundsätzlich begrüßen wir, wenn öffentlich-rechtliche Sender Produktionsvolumen stärker für unabhängige Produktionsunternehmen öffnen. Der Abbau eigener Produktionsstrukturen kann eine Chance für die freie Produktionswirtschaft sein. Entscheidend ist jedoch, wo diese Wertschöpfung stattfindet.

Der SWR hat über Jahrzehnte erhebliche eigene Produktionskapazitäten aufgebaut, verfügt über große eigene Strukturen und Studios und hat zahlreiche Inhalte selbst produziert. Diese starke Eigenproduktion hat den freien Produktionsmarkt im Südwesten naturgemäß mitgeprägt und die verfügbaren externen Produktionsvolumen begrenzt.

Wenn nun eigene Produktionen schrittweise stärker extern vergeben werden, entsteht daraus nur dann ein positiver Effekt für den Standort, wenn diese Aufträge tatsächlich in der Region bleiben.

Denn für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz macht es einen entscheidenden Unterschied, ob ein Sender weiterhin selbst produziert und dabei zumindest teilweise regionale Filmschaffende, Dienstleister und Infrastruktur nutzt – oder ob externe Produktionen vollständig an Unternehmen und Standorte außerhalb des eigenen Sendegebietes vergeben werden.

Im zweiten Fall verliert der Standort doppelt: Eigene Produktionsstrukturen werden reduziert und gleichzeitig entstehen die neuen externen Wertschöpfungseffekte an anderen Orten. Gerade vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus eigener Produktionsstrukturen muss deshalb sichergestellt werden, dass frei werdende Produktionsvolumina nicht aus dem Südwesten abwandern, sondern die unabhängige Produktionslandschaft vor Ort stärken.

Der Standort Südwest verfügt über Qualität – es fehlt nicht an Kompetenz, sondern an Aufträgen

Besonders kritisch sehen wir, dass die Diskussion über regionale Vergaben seit Jahren teilweise mit dem Argument geführt wird, der Standort Südwest verfüge nicht über ausreichende Qualität oder sei anderen Medienregionen strukturell unterlegen.

Diese Einschätzung teilen wir ausdrücklich nicht.

Baden-Württemberg verfügt über hochqualifizierte Produzentinnen und Produzenten, international erfahrene Filmschaffende, moderne technische Infrastruktur und ausgezeichnete Ausbildungsstätten. Der Standort beweist regelmäßig, dass er hochwertige, anspruchsvolle und erfolgreiche Produktionen realisieren kann.

Das Problem ist nicht fehlende Qualität. Das Problem ist fehlendes Produktionsvolumen.

Ausbildung ohne ausreichende Produktionsperspektive gefährdet den Standort

Baden-Württemberg investiert erheblich in die Ausbildung junger Filmschaffender. Diese Qualität ist ein großer Standortvorteil.

Gleichzeitig entsteht eine problematische Entwicklung: Wir bilden Fachkräfte aus, können ihnen aber zunehmend nicht ausreichend Produktionsperspektiven vor Ort bieten. Davon betroffen sind nicht nur Produzentinnen und Produzenten. Es betrifft freie Filmschaffende ebenso wie kurzfristig Beschäftigte, technische Departments, Produktionsleitungen, Assistenzen und zahlreiche weitere Menschen, die von kontinuierlicher Produktionsarbeit leben.

Wir beobachten seit Jahren, dass sich Fachkräfte dauerhaft aus der Branche verabschieden oder andere Medienstandorte suchen.

Fehlende Produktionsaufträge schwächen auch die Filmförderung

Die Bedeutung dieser Entwicklung reicht weit über einzelne Fernsehproduktionen hinaus.

Baden-Württemberg steht für rund 13,5 Prozent der deutschen Bevölkerung und rund 15 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung.

Gleichzeitig erhält der Standort nach der Analyse des IHK-BW-Medienausschusses seit vielen Jahren nur einen sehr kleinen Anteil der bundesweiten Filmfördermittel von BKM, DFFF und FFA. In den Jahren 2018 bis 2025 lagen die Quoten zwischen 0,39 % und 2,86 % mit einem Durchschnitt von nur 1,53 Prozent.

Diese Diskrepanz ist strukturell problematisch.

Denn gerade Förderinstrumente wie DFFF und FFA entfalten ihre Wirkung dort nachhaltig, wo regionale Produktionsstrukturen, Finanzierungspartner und tatsächliche Herstellungskosten vorhanden sind.

Fehlen regionale Auftraggeber und Produktionsvolumen, wird es für Produzentinnen und Produzenten schwieriger, Projekte zu entwickeln, regionale Finanzierungspartner einzubinden und zusätzliche Mittel nach Baden-Württemberg zu holen.

Damit entsteht ein Kreislauf: Weniger regionale Aufträge führen zu weniger Produktionsvolumen, weniger Produktionsvolumen erschwert Förderungen und Investitionen, und dadurch verliert der Standort weiter an Substanz. Das kann nicht im Interesse von zukunftsfähiger Medien- und Wirtschaftspolitik im Südwesten Deutschlands sein.

Transparenz bei Ausschreibungen muss verbessert werden

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Vergabeverfahren.

Uns erreichen seit Jahren Rückmeldungen aus der Branche, dass geeignete Produktionsunternehmen häufig nicht oder nur sehr spät von Ausschreibungen erfahren (oftmals erst wenn diese bereits laufen). Auch die Information über mehrere Verfahren und die tatsächlichen Zugangsmöglichkeiten erscheinen aus Sicht vieler Marktteilnehmer nicht ausreichend transparent.

Ein fairer Wettbewerb bedeutet nicht, dass jeder Auftrag zwingend an ein neues Unternehmen vergeben werden muss.

Er bedeutet aber, dass qualifizierte Produktionsunternehmen (insbesondere die aus dem Sendegebiet) eine reale Möglichkeit erhalten, sich zu beteiligen.

Gerade ein öffentlich-rechtlicher Sender sollte hier größtmögliche Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Offenheit gewährleisten. Dies sollte auch unbedingt für die tatsächlichen Vergabeentscheidungen gelten.

Tigerenten Club als aktuelles Beispiel

Die Diskussion um den Tigerenten Club steht beispielhaft für diese größere Entwicklung.

Die Sendung wurde über 30 Jahre SWR-intern in Baden-Württemberg produziert – zunächst in Göppingen und zuletzt am Standort Baden-Baden.

Nach unserer Kenntnis lag für die weitere Produktion am Standort Ludwigsburg ein technisch herausragendes und wirtschaftlich sehr attraktives Angebot vor. Der SWR entschied sich für das Angebot einer Hamburger Produktionsfirma am Standort Köln obwohl dies mit substanziellen Mehrkosten verbunden war.

Unabhängig von der konkreten Entscheidung zeigt dieser Fall jedoch die grundsätzliche Frage: Wie gelingt es, Produktionsvolumen, Know-how und Beschäftigung dauerhaft im eigenen Sendegebiet zu halten?

Denn es geht nicht nur um einzelne Sendeminuten. Es geht um gewachsene Strukturen und um Menschen, deren berufliche Existenz an diesen Produktionsstandorten hängt.

Dialog braucht jetzt konkrete Ergebnisse

Der Filmverband Südwest steht weiterhin für einen konstruktiven Dialog mit dem SWR, der Politik und allen Beteiligten bereit.

Gleichzeitig muss festgehalten werden: Dieser Dialog läuft seit vielen Jahren.

Jetzt braucht es konkrete Ergebnisse.

Dazu gehören eine transparentere Vergabepraxis, eine deutlich stärkere regionale Verankerung von Produktionsaufträgen und eine klare Verantwortung für die Menschen, Unternehmen und Fachkräfte, die den Medienstandort Südwest tragen.

Ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk braucht starke Produktionsstandorte in seinem eigenen Sendegebiet – und er braucht Strukturen, die sicherstellen, dass öffentliche Mittel nicht nur Inhalte finanzieren, sondern auch nachhaltige kulturelle und wirtschaftliche Wertschöpfung ermöglichen.

13 Aug.

Filmstandort Baden-Württemberg gefährdet

Stuttgart. Der SWR lagert bisherige Eigenproduktionen zunehmend aus. Doch die baden-württembergischen Filmproduzenten zeigen sich von ihrem Heimatsender enttäuscht. Die Aufträge gingen vor allem in andere Bundesländer. Dadurch drohen dem Südwesten ein schwindender Einfluss, geringere Wertschöpfung und der Verlust wichtiger Fachkräfte.

Mit der Ankündigung, vom 4. Februar 2025 aufgrund von Sparzwängen Produktionen auszulagern, weckte der SWR bei den Filmproduktionen in Baden-Württemberg zunächst berechtigte Hoffnung auf Aufträge. Jetzt schuf der SWR erste Fakten – und bei den Filmproduzenten im Südwesten herrscht Ernüchterung – sie gehen größtenteils leer aus. Der Filmverband Südwest fasst seinen Standpunkt zusammen: Weder vom Land, noch vom SWR besteht Interesse am Filmstandort. Baden-Württemberg wird nur noch als Ausbildungsstandort genutzt. Man sieht hier keine Nachhaltigkeit, denn die Ausbildung kostet viel Geld. Es fehlt am Weiterdenken der Wertschöpfungskette innerhalb des Landes Baden-Württemberg. Mit Arbeitsplätzen auf der einen Seite, Steuereinnahmen, die durch die Produktionsfirmen bezahlt werden, auf der anderen Seite. Zusätzlich ist auch ein gewisser touristischer Faktor nicht zu unterschätzen – wenn Zuschauer beispielsweise die Schauplätze von Film- und Fernsehproduktionen persönlich erkunden wollen. Ein weiteres: Ohne dieses grundsätzliche Interesse an nachhaltigen Steuer- und Gebührenausgaben durch den SWR und das Land hilft hier auch kein Gründerzentrum weiter, wie das Stuttgart Moving Image Center (SMIC), das derzeitig am Leonhardsplatz mitten in Stuttgart entsteht.

Den Filmschaffenden in Baden-Württemberg ist durchaus bewusst: Die Auslagerung bedeutete nicht grundsätzlich, dass die Produktionen auch an baden-württembergische Unternehmen vergeben werden. Dennoch wirft die aktuelle Auftragsvergabe die Frage auf, warum der Sender nicht gezielt nach Partnern im Südwesten suchte.

Wir als Filmverband Südwest kritisieren, dass selten wird an Produktionsfirmen in Baden-Württemberg gedacht wird. Das betrifft auch die Ausschreibungen für das Kerngeschäft Film- und Fernsehproduktion. Ein weiterer Punkt: Selbst Beiträge für die Social-Media-Kanäle des Senders entstehen in Hamburg und Berlin. Die Ausschreibung dafür erreichte die Produzenten im Südwesten nicht. Außerdem kritisiert der Verband, dass die Vergabekriterien nicht immer transparent sind, wie beispielsweise beim „Tigerentenclub“. ⁠Gemäß den Informationen des Filmverbands hat der Südwestrundfunk (SWR) das technisch und qualitativ hochwertigste Angebot, das aus dem Südwesten regional angeboten wurde, nicht angenommen. In wie weit der SWR die Vergabeordnung beachtet oder seinen Beitrag zur regionalen Standortförderung leistet, bleibt uns offen.

Sauer stieß den Produzenten auch folgender Vorgang auf: Bei einem Runden Tisch teilte der SWR mit, man solle sich Gedanken zu einer Kinderserie machen. Allerdings hatte der Sender die Ausschreibung schon längst an Produzenten außerhalb des Bundeslandes versendet.

Der Tigerentenclub beispielsweise wird ab 2027 der Show und Spielanteil von Riverside Entertainment in den Bavaria-Studios in Köln-Bocklemünd produziert. Die Live-Anteile sowie die Kinderreportagen entstehen weiterhin als Eigenproduktion des Senders in Stuttgart. Die Rateshow „Sag die Wahrheit“ zieht zum MDR nach Leipzig auf das MCA-Studiogelände um. Der SWR betont dabei die entstehenden Synergien.

Die Filmproduzenten und der Filmverband Südwest warnen vor deutlichen Risiken für die Branche: Baden-Württemberg entwickelt sich zunehmend zu einem reinen Ausbildungsstandort und blutet als Produktionsstandort aus, da auch Fachkräfte abwandern. Zudem trägt Baden-Württemberg zur Finanzierung der bundesweiten Filmförderung bei, während hierzulande nur rund 2,5 Prozent der Gesamtfördersumme für Produktion ausgegeben werden. Das ist zu wenig sind sich die Akteure einig.

Zahlen, Fakten, Daten

Im Februar 2025 kündigte der SWR Sparmaßnahmen an. In der Pressemitteilung vom 4. Februar 2025 hieß es: „Fiktionale und Unterhaltungsformate, die bisher am Standort Baden-Baden erstellt werden, sollen ab 2026 schrittweise als Auftragsproduktionen an externe Produktionsfirmen vergeben werden. Gleichzeitig setzt der Sender die Reduktion der von ihm bewirtschafteten Flächen fort. Baden-Baden wird als wichtigster Standort des SWR für den Bereich Audio weiter gestärkt.“ Im speziellen ging es um die Eigenproduktionen „Tatort” und die regionale Serie „Die Fallers“ sowie die Unterhaltungsformate „Sag die Wahrheit“, „Tigerenten Club“ und „Schlager-Spaß mit Andy Borg“. Insgesamt muss der SWR 580 Millionen Euro innerhalb von rund zehn Jahren einsparen. Laut Medieninformationen hat der Sender 2025 mit 41 Millionen Euro Überschuss abgeschlossen. Das gleicht das Minus von 33 Millionen im Jahr 2024 mehr als aus. Die Millionen, die eingespart werden müssen, sind laut dem Nachrichtemagazin Focus (Juni 2024) unter anderem auch Ergebnis von steigenden Pensionsverpflichtungen des Senders.

12 März

Neuer Vorstand für 2026 gewählt

Wechsel im Vorstand des Filmverbands Südwest

Der Filmverband Südwest geht mit einem teilweise neu formierten Vorstandsteam in das neue Vereinsjahr (von links): Günter Moritz (teamWERK. Die FilmProduktions GmbH) Kurt Kilian Eifler (Filmproduktion bei der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg), Marko Massinger (Autor und Produzent), Daniel Hofmeier (Ivory Tower Film) und Max Höhnle (Produzent, Produktionsleiter und Herstellungsleiter, Green Consultant), der aus der Vorstandsrunde von der Versammlung zum Vorsitzenden des Filmverbands gewählt wurde.

10 Nov.

Filmverband Südwest unterstützt Branchen-Appell für Investitionsverpflichtungsgesetz

Person, die etwas unterschreibt von Unsplash

32 Filmverbände fordern gesetzliche Grundlage für faire Rahmenbedingungen in der Filmwirtschaft

Der Filmverband Südwest gehört zu den 32 Verbänden der deutschen Filmbranche, die am 10. November 2025 den gemeinsamen Appell „Investitionsverpflichtung: Gesetz statt Ausverkauf“ unterzeichnet haben. Mit der Erklärung fordern die Unterzeichner*innen von der Bundesregierung, die geplante Investitionsverpflichtung mit Rechterückbehalt gesetzlich zu verankern – als zentralen Baustein der laufenden Filmförderreform.

Hintergrund ist die Sorge, dass ohne ein verbindliches Gesetz internationale Streaminganbieter und Tech-Konzerne weiterhin hohe Gewinne aus dem deutschen Markt ziehen, ohne angemessen in die heimische Produktion zu investieren. Die Verbände betonen, dass nur eine gesetzlich geregelte Investitionspflicht Planungssicherheit schafft, faire Wettbewerbsbedingungen herstellt und die kreativen wie wirtschaftlichen Grundlagen der deutschen Filmindustrie stärkt.

Die Filmbranche beschäftigt in Deutschland rund 144.000 Menschen und erwirtschaftet jährlich mehr als 10 Milliarden Euro Umsatz. Angesichts zunehmender Konkurrenz und ungleicher Marktbedingungen soll die Investitionsverpflichtung sicherstellen, dass ein Teil dieser Wertschöpfung wieder in den Produktionsstandort Deutschland zurückfließt – und so die kulturelle Vielfalt von Kino, Fernsehen und Streaming „made in Germany“ dauerhaft erhalten bleibt.

Der Filmverband Südwest unterstützt diesen Appell ausdrücklich und setzt sich gemeinsam mit den anderen Verbänden für ein zukunftsfähiges, gerechtes und nachhaltiges Fördersystem ein.

👉 Den vollständigen Text der Erklärung:

14 Okt.

Filmförderung: Warum Baden-Württemberg im Bund abgehängt ist – und was sich ändern muss

Filmcrew im Schwarzwald

In der deutschen Filmförderung klafft eine große Lücke: Während Milliarden in Filmproduktionen nach Bayern, Berlin oder Brandenburg fließen, bleibt Baden-Württemberg deutlich zurück. Das zeigen aktuelle Auswertungen der Bundesförderungen, die zwischen 2007 und 2024 verteilt wurden – ergänzt um neueste Zahlen aus den Jahren 2023 und 2024.

Trotz renommierter Ausbildungsstätten wie der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, einer erfolgreichen Animations- und Postproduktionsszene und einer aktiven MFG Filmförderung, erhält das Land aus den großen Bundesfördertöpfen nur rund 1 bis 3 Prozent der Mittel.


Ein ungleiches Fördergefüge

Seit 2007 wurden bundesweit über 1,8 Milliarden Euro an Filmfördergeldern verteilt. Davon gingen allein rund 30 bis 44 Prozent nach Bayern25 bis 33 Prozent nach Berlin und 13 bis 21 Prozent nach Brandenburg. Baden-Württemberg kommt auf einen Anteil von etwa 1 Prozent – weniger als kleinere Länder wie Hamburg oder Sachsen.

Auch im jüngsten Vergleich bleibt das Bild ähnlich: Im Jahr 2023 flossen 2,89 Prozent der Bundesmittel an Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg, 2024 sank der Anteil auf 1,79 Prozent.

Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen vereinen gemeinsam über 70 Prozent der gesamten Bundesförderung auf sich. Besonders dominant ist München mit seinen Studios, Dienstleistern und den dort ansässigen Produktionsfirmen.


Warum Baden-Württemberg so wenig abbekommt

Die Ursachen für dieses Ungleichgewicht liegen nicht in fehlender Qualität, sondern in der Systematik der Förderprogramme selbst. Bundesförderungen – etwa die DFFF-, BKM- oder FFA-Mittel – werden dort vergeben, wo die tatsächlichen Ausgaben anfallen. Wer große Studios, Postproduktionshäuser oder Serienproduktionen im Land hat, bekommt mehr Geld.

In Berlin-Brandenburg und München ist diese Infrastruktur seit Jahren gewachsen: Hier entstehen internationale Serien, Kinofilme und Streaming-Produktionen. Baden-Württemberg hingegen fällt hier weit zurück, da konkrete und langfristige Strukturen fehlen. Einige Projekte werden zwar hier entwickelt, aber entweder mit Teams aus anderen Bundesländern oder gleich ganz woanders gedreht – und genau dort werden dann auch die Fördergelder wirksam. Daran ändert auch das neue Filmförderungsgesetz (FFG), das seit Januar 2025 gilt und Filmproduktionen in Deutschland insgesamt wettbewerbsfähiger machen soll, wenig. Auch diese Programme honorieren weiterhin, wo Geld tatsächlich ausgegeben wird – und das ist derzeit selten im Südwesten.


Was Baden-Württemberg tun kann

Trotz der ernüchternden Zahlen gibt es klare Handlungsmöglichkeiten:

  1. Verdreiffachung des MFG-Filmfördervolumens Zusätzliche Förderung zum Bund zieht Produktionen ins Land. Nut wenn eine stabile und vergleichbare Förderstruktur geschaffen wird, kann vergleichbar produziert werden.
  2. Bessere Regionale Verankerung der Filmakademie Tolle Talente bringen nichts, wenn sie nach Abschluss der Ausbildung das Land verlassen. Es benötigt ein besseres Netzwerk im Land und eine gute Infrastruktur mit tollen Jobaussichten innerhalb BadenWürttembergs.
  3. Investitionen in Infrastruktur Filmwirtschaft ist Wirtschaft die Geld erwirtschaftet. Die Branche kann nicht nur durch Projektbasierte Kulturförderung aufgebaut werden. Es braucht konkrete Wirtschatfsförderung die neben den Produktionen Strukturen fördert, sodass mehr Produktionsstudios, moderne Technik und verlässliche Servicestellen entstehen können. Nur so wird Baden-Württemberg für größere Produktionen attraktiv.
  4. Stärkung der SWR-Auftragsvergabe Neben einer festen Quote benötigt es auch mehr Mut seitens des SWR mehr Produktionen mit regionalen Produktionen zu realisieren. Das würde dauerhaft Planungssicherheit schaffen und lokale Unternehmen im Wettbewerb um nationale Förderungen stärken.
  5. Ministeriumsübergreifende Filmstrategie mit klaren Zuständigkeiten Film als Medium ist schon lange Spielball der Zuständigkeiten. Ist das Kunst oder kann das weg zum Wirtschaftsministerium? Klare Ansprechpartner schaffen klare Kommunikation, die klare Verhältnisse schafft. Ohne konkrete gemeinsame Ziele werden keine Strukturen entstehen können.

Fazit

Baden-Württemberg verfügt über alles, was einen erfolgreichen Filmstandort ausmacht: kreative Köpfe, ausgezeichnete Ausbildung und technische Expertise. Was fehlt, ist der Wille zur Investition in Strukturen. Strukturen die langfristig gefördert und aufgebaut werden müssen.

Solange Bundesmittel dort gebunden werden, wo das meiste Geld ausgegeben wird, braucht es im Südwesten mehr Produktionsvolumen, Infrastruktur und politische Sichtbarkeit. Die neue FFG-Ära und die Reform der Bundesanreize bieten dafür eine Chance – wenn Land, Branche und Sender nun endlich gemeinsam handeln.

21 Mai

Ein offener Brief zur Nachfolge von Carl Bergengruen

Schreibmaschine in türkis

Liebe Filmschaffenden in Baden-Württemberg,

wir, der Filmverband Südwest, möchten uns bei Carl Bergengruen für seine langjährige, engagierte Arbeit als Geschäftsführer der MFG-Filmförderung bedanken. Mit ihm konnte sich der Standort Stuttgart gerade durch die von ihm forcierte Line Producer Förderung als feste Größe der internationalen VFX-Branche etablieren. Mit Green Shooting setzte er einen wichtigen Impuls für Nachhaltigkeit in der deutschen Filmförderlandschaft. Unter seiner Führung hat der Arbeitskreis Green Shooting Branchenstandards geschaffen, die seit 2022 sowohl für Sender als auch Streaminganbieter gelten. 

Baden-Württemberg ist ein relevanter Filmstandort in Deutschland und darüber hinaus. Wir sehen uns nichtsdestotrotz aktuell großen Herausforderungen gegenüber:

1. Die im Doppelhaushalt 2025/26 beschlossene Kürzung der Filmförderung des Landes erschwert seit Anfang des Jahres das Produzieren im Land. Statt die ohnehin zu geringe finanzielle Förderung auszubauen, wurden Kürzungen beschlossen. Das sorgt noch stärker als bisher dafür, dass in Baden-Württemberg ausgebildeten Fachkräfte nicht hier bleiben, sondern dorthin abwandern, wo es Jobs gibt. Die Folge – Geschichten aus Baden-Württemberg finden seltener statt, und wenn sie stattfinden, werden sie oftmals von Teams aus anderen Bundesländern realisiert. Dies führt zu Unmut und Resignation der Filmschaffenden in Baden-Württemberg.

2. Der Regierungswechsel auf Bundesebene hat zu einer spürbaren Verunsicherung bezüglich der weiteren Ausgestaltung der Filmförderung geführt. Das mit Claudia Roth erarbeitete drei Säulenmodell für eine neue, moderne Filmförderung konnte nicht final umgesetzt werden. Auch das in letzter Sekunde beschlossene Filmfördergesetz konnte nicht mit allen Änderungen hin zur sozialen Nachhaltigkeit beschlossen werden und führt derzeit zu viel Ungewissheit.

Um die Zukunft der Filmwirtschaft in Baden-Württemberg zu sichern und gestärkt aus dieser schwierigen Situation hervorzugehen, braucht es dringender denn je eine starke, visionäre Persönlichkeit an der Spitze der MFG Baden-Württemberg. Für die Nachfolge von Carl Bergengruen fordern wir daher, folgende Eigenschaften bei der Auswahl zu berücksichtigen:

Eine profunde Kenntnis der Baden-Württembergischen Film- und Medienbranche und ihrer spezifischen Herausforderungen. Nur wer die Bedürfnisse und Abläufe von der ersten Idee bis hin zur Filmvorführung versteht, kann Strukturen schaffen, die keine Hindernisse darstellen. Bürokratie lähmt die Filmerstellung mehr, als dass es für gerechte Verteilung von Fördergeldern sorgt. Hier braucht es sinnvolle Reformen, die dafür sorgen, dass mehr in Baden-Württemberg produziert wird.

Hervorragende Vernetzung in Politik, Wirtschaft und Kultur. Die Herausforderungen der Filmbranche können nicht nur innerhalb der Branche gelöst werden. Es braucht eine Zusammenarbeit mit dem gesamten Kulturbetrieb und der Politik, um den Stellenwert der Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg  wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Innovationskraft und kreative Ideen zur Stärkung des Filmstandorts Baden-Württemberg. Es darf nicht nur das Ziel sein, den Status Quo zu erhalten. Es braucht einen aktiven Gestaltungswillen für konkrete Veränderungen in der Branche. Die Filmkonzeption aus dem Jahr 2020 gilt es gemeinsam mit allen Stakeholdern umzusetzen und den Standort für Investitionen wieder attraktiv zu machen. Ein Fokus auf Zukunftsthemen und die Stärken des Standorts sollten im Zentrum dieser Veränderungen stehen.

Wir sind davon überzeugt, dass nur eine Persönlichkeit mit diesem Profil die anstehenden Herausforderungen erfolgreich meistern wird, bei denen es gilt, die MFG Baden-Württemberg in eine gute Zukunft zu führen und den Standort voranzubringen.

Als Verband bieten wir unsere volle Unterstützung bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben an. Wir appellieren zugleich an die politischen Entscheidungsträger, sich klar zur Filmwirtschaft in Baden-Württemberg zu bekennen und die notwendigen Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung zu schaffen.

Die Nachfolge im Amt der neuen Geschäftsführung ist dabei eine große Chance. Um dieser schwierigen Entscheidung Rechnung zu tragen, haben wir uns als Verband angeboten am Prozess zu beteiligen. Die schlussendliche Entscheidung obliegt aber dem Verwaltungsrat, den wir hiermit noch einmal aufrufen sich unsere Entscheidungskriterien zu Herzen zu nehmen.

Gemeinsam können wir die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Film- und Medienstandorts Baden-Württemberg stellen. 

Mit hoffnungsvollen Grüßen,
der Filmverband Südwest

30 Apr.

Zwischen Anspruch und Realität: Perspektiven für den Filmstandort Südwest

Am Montag, dem 28. April 2025, versammelten sich im SpardaWelt Eventcenter in Stuttgart führende Persönlichkeiten der Filmbranche zur Diskussionsveranstaltung „Sind wir FilmLänd?“ im Rahmen der Reihe „Mittendrin“ der Stuttgarter Nachrichten. Moderiert von Nikolai B. Forstbauer, Autor der Zeitung, diskutierten die Podiumsgäste über die Position und Zukunft des Filmstandorts Baden-Württemberg.

Auf dem Podium saßen: 

  • Arne Braun, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg 
  • Andreas Bareiss, ab dem 1. Mai neuer Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg 
  • Simone Baumann, Geschäftsführerin von German Films 
  • Annegret Richter, Künstlerische Leiterin des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart (ITFS) 
  • Jochen Laube, Produzent und Emmy-Preisträger für „Die Kaiserin“ 

Baden-Württemberg als „FilmLänd“

Staatssekretär Arne Braun betonte die Bedeutung des Landes im Bereich Animation und digitaler Filmproduktion. Er hob hervor, dass Baden-Württemberg sich in den letzten Jahren zum führenden deutschen Standort für Animationsfilm entwickelt habe und dass das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) mit etwa 100.000 Besuchern ein bedeutendes internationales Schaufenster sei.  

Herausforderungen und Perspektiven

Andreas Bareiss, der neue Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg, sprach über die Notwendigkeit, die Ausbildungsqualität weiter zu verbessern und die Absolventen im Land zu halten. Er betonte die Bedeutung von Netzwerken zwischen Politik, SWR, MFG und der Filmakademie, um die Filmbranche nachhaltig zu stärken. 

Simone Baumann wies darauf hin, dass German Films etwa 50 % seiner Aktivitäten auf den Animationsfilm konzentriert und dass Baden-Württemberg in diesem Bereich international sehr erfolgreich sei. Sie betonte die Notwendigkeit, die Spezialisierung und das Markenzeichen des Landes im Animationsbereich beizubehalten und weiter für Baden-Württemberg Präsenz im internationalen Kontext zu zeigen.

Jochen Laube hob hervor, dass der Erfolg von Produktionen wie „Die Kaiserin“ zeige, was möglich sei, wenn Projekte politisch gewollt und entsprechend gefördert würden. Er betonte die Notwendigkeit, Produzentenrechte zu stärken und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, um die Filmwirtschaft zukunftsfähig zu machen. 

Die Veranstaltung „Sind wir FilmLänd?“ zeigte deutlich, dass Baden-Württemberg über eine starke Basis im Bereich Film und Animation verfügt. Gleichzeitig wurden die Herausforderungen betont, die es zu meistern gilt, um den Standort weiter zu stärken und international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Diskussionen machten deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Ausbildungseinrichtungen und der Filmwirtschaft notwendig ist, um die Potenziale des Landes voll auszuschöpfen.

Fazit

Für den Filmverband Südwest zeigt die Veranstaltung „Sind wir FilmLänd?“ deutlich, wie wichtig es ist, die strukturellen Herausforderungen der Film- und Medienlandschaft in Baden-Württemberg politisch ernst zu nehmen – von der Unterfinanzierung über fehlende Bundesmittel bis hin zum Abbau kommunaler Infrastruktur. Die Debatte offenbarte zugleich das große, kreative und wirtschaftliche Potenzial, das in der Region vorhanden ist, besonders im Bereich Animation und VFX. Damit dieses Potenzial langfristig Wirkung entfalten kann, braucht es verlässliche Förderstrukturen, faire Produktionsbedingungen und ein klares politisches Bekenntnis zur Zukunft des Filmstandorts – nicht nur in der Metropolregion, sondern flächendeckend im ganzen Südwesten. Der Filmverband wird diese Themen weiter kritisch begleiten und die Interessen der Filmschaffenden im Land engagiert vertreten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter:
Stuttgarter Nachrichten – Veranstaltungsreihe „Mittendrin“: Sind wir FilmLänd?

01 Apr.

Wir haben gewählt – Der neue Vorstand 2025

Nach der letzten Jahreshauptversammlung am 04. Februar 2025 unseres Verbandes wurden neue Mitglieder in den Vorstand gewählt. Wir bedanken uns als Verein und als neuer Vorstand für das Engagement des entlassenen Vorstandes aus dem vergangenen Jahr 2024.
Wir bedanken uns außerdem bei allen Mitglieder*innen, die uns vertrauensvoll gewählt und uns die ehrenvolle Aufgabe für dieses Jahr übertragen haben, den Verband zu leiten.

Vorstand Filmverband-Südwest; von links nach rechts: Simon Rost, Sabine Mahr-Haigis, Daniel Hofmeier, Maximilian Höhnle & Aliena Leonhard

Wir wollen uns bei euch in einem kurzen Porträt in alphabetischer Reihenfolge bei euch vorstellen:

Christian Alex

„Ich kümmere mich um eine transparente Finanz- und Mitgliederverwaltung, damit der Verband gut organisiert bleibt. Eine solide Grundlage ermöglicht es unserem Verband, sich nachhaltig für die Filmschaffenden einzusetzen.“

Christian Alex

Maximilian Höhnle

„Die Filmbranche in Baden-Württemberg verbindet Tradition mit Kreativität und bringt die Menschen zusammen.“

Maximilian Höhnle

Daniel Hofmeier

„Baden-Württemberg ist ein großartiges Bundesland mit unglaublichem Kreativen Potenzial.
Es wird Zeit, dass wir klarmachen… wir können mehr als Autos bauen – viel mehr!“

Daniel Hofmeier

Aliena Leonhard

„Digitalisierung hält überall Einzug. Ich setze mich für gute Vernetzung unter allen Filmschaffenden aus allen Gewerken ein – online und offline.“

Aliena Leonhard

Sabine Mahr-Haigis

„Ich möchte die Filmschaffenden aus Baden-Württemberg sichtbarer machen. 
Ein Netzwerk für alle schaffen.“

Sabine Mahr-Haigis

Simon Rost

„Ich möchte durch den Austausch mit Politik, Sendern, Förderung und Hochschulen den Filmstandort erfolgreich machen.“

Simon Rost

Wir freuen uns über Anregungen für dieses neue Jahr. Sendet uns eine Mail mit

euren Vorschlägen

09 Dez.

Pressemitteilung

Filmbranche vermisst Bekenntnis zum Standort

60-Prozent-Quote für SWR-Aufträge

Stuttgart/Reutlingen, 9. Dezember 2024. Der Filmverband Südwest und der IHK-Medienwirtschaftsausschuss fordern, dass der Südwestrundfunk (SWR) seine Produktionsaufträge stärker regional vergibt.

Verband und IHK-Ausschuss sprechen sich für eine verbindliche Quote von 60 Prozent für Aufträge an unabhängige Produzenten aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, dem Verbreitungsgebiet der SWR, aus. Derzeit liegen laut Produzentenbericht des SWR die entsprechenden Ausgaben für 2023 bei 28,85 Prozent. „Der SWR verpasst die Chance auf authentische, vielfältige und lokal verwurzelte Inhalte. Dabei genießt die Filmbranche im Südwesten einen exzellenten Ruf, national wie international“, kritisiert Daniel Hofmeier, 1. Vorsitzender des Filmverbands Südwest e.V. Zum Vergleich: Der für Nordrhein-Westfalen zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) schaffte es 2022, 64 Prozent seiner Produktionsbudgets im Sendegebiet zu investieren.

Viele Gespräche, keine Ergebnisse

Verband und Ausschuss kritisieren vor allem, dass viele Gespräche der Branche mit dem SWR über Jahre kaum gefruchtet haben. „Es gab runde Tische und es gibt eine Filmkonzeption der Landesregierung, die auch genau auf diesen Punkt abzielt: Das auch filmisch starke Baden-Württemberg sollte in seinem Sender eine größere Rolle spielen“, sagt Dominique Schuchmann, Vorsitzender des IHK-Film- und Medienwirtschaftsausschusses. Das Land ist Heimat einer international erfolgreichen Animations- und VFX-Industrie, einer beachtlichen Anzahl von Dokumentarfilmproduktionsfirmen sowie Film- und Serienproduzentinnen und -produzenten, der Filmakademie Baden-Württemberg und der Hochschule der Medien. „Und trotzdem vermissen wir ein Bekenntnis des SWR zu unserer Branche”, so Schuchmann.

Dazu kommt: Wenn mehr Aufträge vor Ort vergeben werden, fördert das zugleich die Entwicklung der Medienbranche in der Heimat, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp: „Ein spürbares Plus an Aufträgen bedeutet für uns mehr Wertschöpfung, mehr Arbeitsplätze und letztlich mehr Kreative, die sich selbständig machen und von ihrem Können leben können.“

Hintergrund

Der Filmverband Südwest e.V. vertritt die Interessen der Filmschaffenden, Filmproduzenten und Filmdienstleister im Südwesten der Republik. Er ist Ansprechpartner für Politik, Förderinstitutionen, Ausbildungsstätten und Sender, was die Belange der Filmschaffenden angeht, fördert Vernetzung, Aus- und Weiterbildung seiner Mitglieder und die öffentliche Wahrnehmung ihrer Arbeit als wichtiger Faktor der Kreativwirtschaft. Der Verband arbeitet für eine positive, nachhaltige Entwicklung des Filmstandorts und der Verbesserung der beruflichen Zukunft der Filmschaffenden im Südwesten.

Der Ausschuss für Film- und Medienwirtschaft bei der IHK Reutlingen setzt sich für die Attraktivität Baden-Württembergs als Film- und Medienstandort ein. Er ist landesweit der einzige IHK-Branchenausschuss dieser Art. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der Fernseh- und Filmbranche sowie von Kinobetrieben an.